Manchmal geht’s auch ohne Arzt!

IMG_1557_

Gestern war es mal wieder so weit, eins der Kinder hatte Fieber und konnte nicht in den Kindergarten gehen.
Mittlerweile bin ich da echt gelassen. Wenn ich der Meinung bin, dass eins der Kinder zuhause bleiben muss, dann tut es das auch.
Das bedeutet auch, dass ich es in der Regel nicht zum Arzt schleppe.

Fieber, oder auch eine leichte Erkältung mit Schnupfen und Husten, sind für mich kein Grund, ein sich nicht wohlfühlendes Kind durch die halbe Stadt zum Kinderarzt zu bringen. Dort muss es unter Umständen recht lange warten bis es dran kommt- und ist nebenbei noch den Krankheitskeimen der anderen Kinder ausgesetzt.
Bin ich mit den Kindern alleine, sind wir in der Regel mit der Straßenbahn unterwegs- das ist anstrengend für alle.

Ich hatte darüber mal ein recht nettes Gespräch mit unserer Kinderärztin. Die war anfangs sehr verwundert, dass sie uns außer zu den vorgeschriebenen Untersuchungen (U 1-9) fast nie zu Gesicht bekommt. Wir haben uns daraufhin recht lange unterhalten und sie findet es toll, wie ich das handhabe.
Sie ist absolut davon überzeugt, dass ich schon zu ihr in die Praxis komme, wenn es wirklich nötig ist.
Und ich glaube, das habe ich mittlerweile recht gut im Gefühl.
Als die Kleine erst eine Blasenentzündung und direkt danach eine Bindehautentzündung hatte, haben wir natürlich sofort einen Arzt aufgesucht.
Das 3-Tage-Fieber hingegen, das fast jedes Baby einmal hat, beunruhigt mich nicht mehr. Das kenne ich vom ersten Kind.

Selbstverständlich war auch ich mal Erstlingsmutter. Und auch ich war in den ersten Monaten oft unsicher und habe gelegentlich unseren damaligen Kinderarzt aufgesucht, wo es eigentlich nicht nötig gewesen wäre.
Wenn man das erste mal so ein kleines Baby hat, das ständig furchtbar weint, tiefrote Bäckchen hat und dazu erhöhte Temperatur- da sorgt man sich natürlich. Dass das Baby in so einem Fall meist einfach nur zahnt, lernt man mit der Zeit.

Mit der Zeit wird man in vielen Dingen gelassener.
Ich bekomme jedoch immer wieder mit, wie viele Eltern doch scheinbar sehr ängstlich mit Kinderkrankheiten umgehen. Und ich meine nicht Eltern, die gerade das erste Baby im Arm halten. Auch Eltern von älteren Kindern sind da zum Teil richtig hysterisch.
Eine Bekannte musste neulich ihren Sohn aus dem Kindergarten abholen weil er Fieber hatte- und er wurde ohne Zwischenstopp zuhause direkt zum Kinderarzt geschleppt.
Aber warum?
Hat mein Kind Fieber, darf es es sich zuhause gemütlich machen. So lange es sich nicht extrem unwohl fühlt, darf es gerne eine Weile hochfiebern. Ansonsten bekommt es einen Fiebersaft. Oft ist am nächsten Tag schon wieder alles in Ordnung.

IMG_1530_

Ich selbst gehe auch selten zum Arzt.
Ich darf ohne Krankschreibung bis zu 3 Tage zuhause bleiben, und die schöpfe ich auch aus. Geht es am 4. Tag nicht besser, schleppe ich mich zum Arzt für eine Krankschreibung.
Und wer weiß nicht, wie furchtbar es ist, mit hohem Fieber stundenlang in einem Wartezimmer zu sitzen, während man eigentlich nur im Bett liegen und sterben … schlafen will?
Das tu ich meinen Kindern nicht an. In den meisten Fällen haben die Kinder nur leichte Infekte, ich muss also nicht zum Kinderarzt um mir Husten-und Fiebersaft verschreiben zu lassen. Das habe ich im Haus oder hole es in der Apotheke, während mein Kind in Ruhe gesund werden kann.

Natürlich geht es nicht immer ohne einen Arztbesuch. Ich bin momentan in Elternzeit, ich kann mein Kind natürlich jederzeit Zuhause betreuen. Wer berufstätig ist und mit seinem Kind zuhause bleiben möchte, braucht in der Regel ab dem ersten Tag ein Attest vom Arzt. Da hat man natürlich keine Wahl.
Aber was ist mit Müttern wie mir? Die auch nicht unbedingt müssen?
Warum vertraut heute kaum noch jemand auf sein Gefühl?

Ich kenne so viele Eltern, die mit ihren Kindern am Wochenende oft stundenlang beim Notdienst sitzen, nur weil das Kind Fieber und eine Rotznase hat.
Vielleicht sollte man sich mal fragen, ob man das selbst auch gerne machen würde.

Dem kleinen Fiebermädchen von gestern geht es heute übrigens schon wieder ganz prima.
Unsere Entscheidung, den Tag gemütlich anzugehen, war also wieder absolut richtig.
Sicherheitshalber haben wir aber mal nachgesehen, wie es unserem kleinen Puppenjungen geht. Nicht, dass er noch versehentlich angesteckt wurde?!
Den schönen Arztkoffer von Le Toy Van gab es hier letztes Jahr zum Geburtstag und wird immer wieder gerne bespielt.

IMG_1548_

This entry was posted in Leben mit Kindern, Uncategorized. Bookmark the permalink.

One Response to Manchmal geht’s auch ohne Arzt!

  1. Martina says:

    Hallo Victoria,

    dein Post spricht mir aus der Seele! Genau so handhabe ich das bei meinen beiden Töchtern auch. Meine Schwester ist dagegen ein regelrechter Hypochonder und ist beim Kinderarzt und sämtlichen Notfallpraxen und Kliniken Stammgast. Für sie ist Fieber schon eine Krankheit, dann kommt eine (völlig unbegründete Angst) vor einem “Fieberkrampf” und beim kleinsten Husten geht sie lieber zum Arzt, bevor es eine Lungenentzündung wird. Dies Einstellung finde ich persönlich auch für die Kinder ganz schlimm. Aber auch Aufklärung meinerseits hilft leider nicht, dieses Angst bei ihr zu nehmen.
    Ich bin froh, dass ich es bei meinen anders machen kann, das ich dabei ein gutes Gefühl habe und nicht immer in dieser Angst lebe.
    Viele Grüße Martina

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *